Katalonien-Update: Starker Regen an der Küste – der große Unwetter-Coup bleibt aber aus
Für viele Österreicher ist Katalonien ein klassisches Reiseziel – und genau deshalb lohnt sich am Donnerstag ein genauer Blick auf die Nachtlage dort. Die Warnung war ernst gemeint, das zeigt schon die Konzentration der Niederschläge. Trotzdem scheint der ganz große Extremfall ausgeblieben zu sein.
Die wichtigste Zahl kommt aus Sitges: Laut AEMET fielen dort am 16. September 61,4 Millimeter. Die gesamte Menge wurde in der Stationszusammenfassung dem Zeitfenster zwischen 18 und 24 Uhr zugeordnet. Das spricht für einen scharfen, aber zeitlich begrenzten Starkregen-Schub.
Auch in Barcelona regnete es in der Nacht weiter. An der Station Port Olímpic wurden nach Mitternacht noch mehrere Regenstunden erfasst, ehe die Lage zum Morgen hin nachließ.
Brisant ist der Vergleich mit dem, was zuvor befürchtet worden war. In der Warnphase standen örtlich mehr als 40 Liter pro Quadratmeter in 30 Minuten und in besonders exponierten Bereichen sogar mehr als 90 Liter pro Quadratmeter in drei Stunden im Raum. Nach den aktuell verfügbaren amtlichen Stationsdaten ist dieser massive Worst Case bislang nicht belegt.
Das ist eine Entwarnung mit Einschränkung. Denn 61,4 Millimeter in wenigen Stunden sind im Mittelmeerraum immer noch genug, um Straßen kurzfristig unter Wasser zu setzen, Kanalisationen an ihre Grenzen zu bringen und an kleinen Bächen oder in Senken Probleme auszulösen.
Wer derzeit an der katalanischen Küste unterwegs ist, sollte deshalb weiterhin aufmerksam bleiben. Gerade nach nächtlichen Gewittern sind Restnässe, einzelne Nachschauer und punktuelle Wasseransammlungen typisch. Der Charakter der Lage ist nun eher nachlaufend als eskalierend.
Fazit: deutlicher Wettertreffer an der Küste, aber nach jetzigem Stand kein großräumiger Flut-Ausnahmefall.