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97 Liter in zwei Stunden: Die Steiermark lieferte einen der krassesten Gewitterwerte des Sommers

Österreich erlebte 2026 einen außergewöhnlich heißen und vielerorts trockenen Sommer. Gerade deshalb fielen einzelne Gewitter umso drastischer aus. Ein besonders markanter Messwert stammt aus Bruck an der Mur in der Steiermark: Am 20. Juni registrierte GeoSphere Austria innerhalb von zwei Stunden 97 Millimeter Niederschlag. Auch Puchberg am Schneeberg meldete 93 Millimeter in zweieinhalb Stunden.

Warum die Steiermark so heftig getroffen werden kann

Die Steiermark liegt in einem komplexen Alpenraum. Feuchtwarme Luft kann entlang von Tälern und Becken zusammenströmen und an den Bergen zusätzlich gehoben werden. Nach längeren Hitzephasen steht der Atmosphäre viel Energie zur Verfügung. Kommt dann eine Störung mit kühlerer Luft in der Höhe oder eine Konvergenzzone hinzu, können Gewitter sehr schnell intensivieren.

Starkregen statt flächigem Sommerregen

Der Sommer 2026 war in Österreich insgesamt deutlich zu trocken. Genau das macht den Wert aus Bruck an der Mur bemerkenswert: Ein großer Teil des Niederschlags fällt lokal in sehr kurzer Zeit, während wenige Kilometer entfernt deutlich weniger ankommen kann. Solche Gewitter erhöhen die Gefahr von überlasteten Bächen, Hangwasser, kleinräumigen Überflutungen und Muren.

Hitze liefert Energie – aber nicht automatisch Gewitter

Hohe Temperaturen allein erzeugen noch kein Unwetter. Entscheidend sind zusätzlich Feuchtigkeit, Labilität, Hebung und häufig Windscherung. Der extrem heiße Juni 2026 schuf jedoch wiederholt eine energiereiche Ausgangslage, bevor Gewitter von Westen her über Österreich zogen.

Auch hier gibt es keine amtliche Jahresrangliste. Gemessen am dokumentierten Starkregenwert ist die Obersteiermark mit Bruck an der Mur aber einer der stärksten österreichischen Einzel-Hotspots des Sommers 2026.